Farbedelsteine – Kriterien

Das Geheimnis
der Farbedelsteine

Entstehung, Wirkung und Bewertung: was einen feinen Farbstein ausmacht.

Wunder der Entstehung

Farbedelsteine lieben heißt auch, Sinn für das Geheimnisvolle haben. Das Entstehen von Farbspiel und Leuchtkraft findet im tiefen Inneren der Erde statt: Druckkräfte und hohe Temperaturen verwandeln den Stein in einer wundersamen Metamorphose zu edlen Kristallen mit grenzenlosem Farbenreichtum. Die meisten Edelsteine sind vor mehr als einer Milliarde Jahre entstanden und schlummerten im oberen Erdmantel, bis gewaltige Vulkanausbrüche sie nach oben schleuderten. Vom rohen Stein aus der Mine bis zum geschliffenen Farbwunder sind zahlreiche Schritte nötig, die zwei bis drei Jahre dauern können.

Wunder der Wirkung

Farben, das wusste schon Goethe, haben Bedeutung und Wirkung. Von jeher wurden ihnen Gefühle zugeordnet: Orange steht für Optimismus, Gelb für Heiterkeit. Grün steht für Großzügigkeit und löst Ruhe und Entspannung aus. Rot steht für die Liebe und ist zugleich eine königliche Farbe – ebenso wie Blau. Beide finden sich in Kronen und Kronjuwelen der Welt. Zartes bis dunkles Blau steht auch immer für die Treue.

Wunder der Farbedelsteine

Farbedelsteine richtig einzuschätzen ist schwierig und benötigt jahrelange Erfahrung und ein geschultes Auge. Es gibt weniger Standards als beim Diamanten. Die wichtigsten Qualitätskriterien sind Farbe und Transparenz; ein professioneller Schliff bringt die natürliche Schönheit erst zum Leuchten. „Augenrein“ bedeutet, dass mit bloßem Auge keine Einschlüsse erkennbar sind. Unter dem Mikroskop erkennbare Inklusionen sind ein Indiz für Herkunft und vor allem für die Echtheit der Steine.

Die Bewertungskriterien

Woran man feine Steine erkennt

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    Farbe besticht

    Farbe und Leuchtkraft sind die Kriterien zur Bestimmung feiner Steine. Die entscheidende farbgebende Rolle spielen Metalle und ihre Verbindungen: Eisen erzeugt beim Saphir das Blau, Chrom beim Rubin das Rot. Schon feinste Farbunterschiede beeinflussen den Wert. Bei fast jedem Stein gibt es zudem eine seltene, besonders begehrte Variante – der rote Rhodolith beim Granat oder der pinkrote Rubellit aus der Gruppe der Turmaline.

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    Strahlkraft durch Transparenz

    Beim genauen Hinschauen entdeckt man in Farbedelsteinen den „Fingerabdruck der Natur“: kleine Einlagerungen aus Mineralien oder Fremdkristallen. Sie machen den Stein lebhaft und sind ein untrügliches Zeichen für Echtheit und Natürlichkeit. Generell gilt: Je transparenter ein Edelstein, desto wertvoller ist er, denn aus der Transparenz ergibt sich seine leuchtende Kraft.

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    Seltenheit und Herkunft

    Was selten ist, wird begehrt. Das trifft auf den roten Rubin zu, einen der kostbarsten Edelsteine. Auch Fundorte bestimmen den Wert: Smaragde mit ausgeprägt blaustichigem Grün findet man vor allem in Kolumbien, der seltene honigfarbene Imperial-Topas überwiegend im Südosten Brasiliens, die dunkelblau leuchtenden Saphire in Kaschmir und Myanmar.

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    Gewicht

    Seit der Antike dient „Carat“ als Maßeinheit für das Gewicht edler Steine: das Gewicht eines einzelnen Samens des Johannisbrotbaums, des sogenannten Qirat. Da er mit 0,197 g stets gleich schwer ist, diente er als verlässliche Gewichtseinheit. 1907 wurde das Karat mit 0,2 Gramm weltweit festgelegt. Je größer ein Stein, desto seltener ist er in der Regel, und damit steigt sein Wert.

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    Schliff

    Erst kompetente Edelsteinschleifer bringen den rohen Stein zum Leuchten. Je nach Gewicht, Beschaffenheit und Farbe entscheidet sich der Schleifer für eine Schliffform, mit Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Bei geringer Transparenz empfiehlt sich ein glatter Cabochonschliff; bei hoher Transparenz sorgt eine Vielzahl an Facetten für mannigfaltige Lichtbrechung und ein Feuerwerk der Farben.

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    Härte

    Die wertvollsten Farbedelsteine sind auch die härtesten: die Korunde Saphir und Rubin mit Härte 9. Bis heute gilt die Skala des Wiener Mineralogen Friedrich Mohs von 1 bis 10; der Diamant steht mit Härte 10 an der Spitze. Der härtere Stein kann den weicheren ritzen. Weichere Steine wie Citrine (Härte 7) verlieren mit der Zeit an Glanz und benötigen eine regelmäßige Politur.